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Religiöses Buch des Monats März 2016:

Raniero Cantalamessa: Das Antlitz der Barmherzigkeit

Art.-Nr.: 978-3-7346-1079-0
Seiten/ Ausstattung: 192 Seiten
Einband: Einband - fest (Hardcover)
Verlag: Neue Stadt
Erscheinungsdatum: 03.02.2016
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19,95 € 
Papst Franziskus hat die Barmherzigkeit Gottes ins Zentrum seines Pontifikats gestellt. Um diese göttliche Barmherzigkeit allen Christen tiefer bewusst zu machen, hat er am 8. Dezember 2015 ein "Heiliges Jahr der Barmherzigkeit" Das Antlitz der Barmherzigkeit ausgerufen. Auch Papst Johannes Paul II. war es ein großes Anliegen, das Erbarmen Gottes zu verkündigen, er widmete ihr seine zweite Enzyklika und erklärte den Sonntag nach Ostern zum "Sonntag der göttlichen Barmherzigkeit". Was dieses Herzstück der christlichen Botschaft gerade in unserer Zeit bedeutet, erkundet Raniero Cantalamessa, seit 1980 Prediger des päpstlichen Hauses, in seinem Buch "Das Antlitz der Barmherzigkeit". Um Gottes Barmherzigkeit richtig zu verstehen, müsse man sie zunächst von der Barmherzigkeit der Menschen unterscheiden, meint der italienische Kapuzinerpater. Der Blick auf die biblische Offenbarung zeige, dass der dreifaltige Gott zwar ursprünglich nicht Barmherzigkeit sei, sondern Liebe: die Liebe der göttlichen Personen zueinander. Wenn Gott jedoch die Welt und die Menschen nach seinem Bild erschafft, dann wird diese Liebe zur Gabe, zum Geschenk, das aus Güte gegeben wird - und auch aus Barmherzigkeit. Denn mit der hl. Katharina von Siena könne man ja sagen: Gott erschafft den Menschen, obwohl er weiß, dass dieser sich gegen ihn versündigen wird. "Die Barmherzigkeit Gottes geht also der Sünde voraus; sie ist nicht bloß die göttliche Antwort darauf" (S. 14). Barmherzigkeit ist somit im Grunde die ursprüngliche Haltung Gottes der Welt und dem Menschen gegenüber. Durch die Sünde der Menschen werde die Barmherzigkeit als Gabe dann aber auch zur Ver-gebung, und indem Gott Vater seinen Sohn in die Welt sendet, werde gleichsam Gottes Barmherzigkeit Mensch. Darum preist die schwangere Maria Gott im EMagnificat' mit den Worten: "er denkt an sein Erbarmen, das er unseren Vätern verheißen hat". Wenn man Jesu Ausführungen über die Barmherzigkeit und sein eigenes Verhalten betrachte, dann erkenne man genau dies, stellt Cantalamessa fest: "Der Sohn spricht nicht nur zu uns von der Barmherzigkeit Gottes, sondern er IST Gottes menschgewordene Barmherzigkeit" (S. 24). Ihren absoluten Höhepunkt findet die Barmherzigkeit Gottes darum im Leiden und Sterben Jesu am Kreuz: Der Vater vergibt nicht nur die Schuld der Menschen, sondern der Sohn nimmt sie auf sich, um sie durch Liebe wirklich besiegen und verwandeln zu können. Jesu ganzes Lehren diente nur dem Zweck, den Menschen diese unbegreifliche Barmherzigkeit Gottes zu verkündigen, und darum sagen seine Gleichnisse, das ist Cantalamessa ganz wichtig, immer in erster Linie etwas aus über Gott und seine Barmherzigkeit - und erst dann etwas darüber, wie wir Menschen uns zu verhalten haben. Gottes Barmherzigkeit ist immer voraussetzungslos und bedingungslos - allerdings kann sie nicht folgenlos bleiben. Die Gabe wird darum auch zur Aufgabe. Auch wir sollen barmherzig sein, nicht, damit auch uns Barmherzigkeit geschenkt werde, sondern weil sie uns selbst bereits geschenkt wurde - und immer wieder neu geschenkt wird. So wird die Barmherzigkeit für uns zwar zu einer Pflicht, aber wir brauchen nicht daran zu verzweifeln, wenn wir immer wieder an der Erfüllung dieser Pflicht scheitern, denn Gottes Barmherzigkeit vergibt uns und lässt uns wieder neu anfangen. Dies den Menschen stets aufs Neue zu vermitteln, ist für Cantalamessa die große Aufgabe der Kirche, Barmherzigkeit zu üben aber eine Tugend für alle. Im Bewusstsein, dass uns das niemals aus eigener Anstrengung gelingen wird, schließt das Buch mit dem Gebet von Papst Franziskus zum Heiligen Jahr. Die Lektüre von Cantalamessas Buch führt sicherlich zu einem tieferen Verständnis dieses Textes.

Thomas Steinherr