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Feldmann, Christian

Träume beginnen zu leben

Große Christen des 20. Jahrhunderts
Art.-Nr.: 978-3-8367-0004-7
Seiten/ Ausstattung: 334 S. 21,5 x 14,0 cm
Einband: Englisch Broschur
Verlag: Topos plus
Erscheinungsdatum: 1. Aufl. 03.2015
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19,95 € 
Religiöses Buch des Monats Juni:

Wir sind schon im Himmel. - Was wie ein Werbespruch klingt, wahlweise für Matratzen oder Eiscreme, mit deren Kauf man sich fühlen kann wie im Himmel, ist tatsächlich eine hart erkämpfte Einsicht des Trappistenmönchs Thomas Merton (1915 - 1968). Ihn und zwölf weitere „große Christen“, porträtiert Christian Feldmann in seinem Buch „Träume beginnen zu leben“. In ihren Lebensgeschichten findet Feldmann Antworten auf die Frage, wie es möglich ist, im 21. Jahrhundert als Christ zu leben.

Bei Thomas Merton ist es u.a. die Erkenntnis, dass wir uns schon im Himmel befinden, auch wenn es um uns herum noch dunkel ist, denn Christus ist bereits zu uns gekommen. Nicht Weltflucht führe den Menschen zu Gott, ist Merton überzeugt, sondern Solidarität mit anderen. „Gott gibt uns das Leben, damit wir es als Geschenk annehmen und Gott und den anderen zurückschenken.“

Zu den „großen Christen“, die Feldmann vorstellt, gehören u.a. Frère Roger, Martin Luther King, Dietrich Bonhoeffer, Oscar Romero und Madeleine Delbrêl. Sie haben Christus in überzeugender Weise verkörpert und können Menschen heute durch ihr Leben und ihre Gedanken inspirieren. So wie Dietrich Bonhoeffer, der in seiner Ge-fängniszelle Umrisse einer Theologie entworfen hat, die bis heute tragfähig ist. Sie nimmt das Schweigen Gottes als Ausgangspunkt und sucht ihr Heil nicht in Weltflucht, sondern im Hier und Jetzt. Schließlich sei Christus für die Welt gestorben, „und nur mitten in der Welt ist Christus Christus.“ Deswegen könne auch Nachfolge nur in der Welt geschehen, so Bonhoeffer, und Christsein heiße daher, das irdische Leben auszukosten mit Freud und Leid.

Der Gott, den Bonhoeffer im Gefängnis kennengelernt hat, ist keine Supermacht. „Gott lässt sich aus der Welt herausdrängen ans Kreuz, Gott ist ohnmächtig und schwach in der Welt und gerade und nur so ist er bei uns und hilft uns“, schreibt Bonhoeffer. Diese Sichtweise holt Gott aus der entrückten Ferne in die Welt hinein. Der (mit-)leidende Gott verwandelt die Not. Wie ein roter Faden verbindet die hier Porträtierten die Überzeugung, christliches Leben dürfe sich nicht in Gottesdienst und privatem Gebet erschöpfen, sondern dränge zum Engagement für andere und für die Welt. Beispielhaft sichtbar wird das bei Erzbischof Romero und Martin Luther King, die beide der Welt ein menschlicheres Gesicht geben wollten. Und Frère Roger, der Gründer der ökumenischen Gemeinschaft von Taizé, erinnerte Jugendliche in einer Ansprache an die Seligpreisungen und sagt: „Du kannst keinen wirklichen Kampf im luftleeren Raum führen, mit Ideen, die nicht konkret werden. Zerbrich die Unterdrückung der Armen und Ausgebeuteten: Du wirst erstaunter Zeuge sein, wie Zeichen der Auferstehung schon jetzt auf der Erde entstehen.“

Mit großer Leidenschaft stellt Christian Feldmann Christen unserer Zeit vor, deren Leben die Kraft hat, Menschen zu inspirieren. Er ist weit davon entfernt, diese Menschen zu glorifizieren und verschweigt daher auch Schattenseiten und Niederlagen nicht. Seine Texte strahlen die Faszination dieser Lebensgeschichten aus, sie weiten den Horizont und schenken Gedanken und Ideen, die man mit sich herumtragen und durchdenken kann.

Wir sind schon im Himmel, auch wenn es um uns herum noch Nacht ist. Wer das nicht glaubt, kommt dieser Erkenntnis bei der Lektüre dieses Buches ein ganzes Stück näher.
(Borromäusverein)