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Eckert, Johannes

hoch und heilig

Gipfelbotschaften aus dem Matthäus-Evangelium
Art.-Nr.: 978-3-466-37165-5
Seiten/ Ausstattung: 144 Seiten
Einband: Einband - fest (Hardcover)
Verlag: Kösel
Erscheinungsdatum: 28.11.2016
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16,99 € 
Das Religiöse Buch des Monats Januar

Betrachtung der sechs Gipfelerfahrungen Jesu im Matthäusevangelium und ihre Bedeutung für das eigene spirituelle Leben.
Auf einem Berg fühlt man sich dem Gewöhnlichen, Alltäglichen entrückt und dem Himmel, dem Heiligen irgendwie näher - diese Erfahrung teilen viele Menschen, in allen Kulturen und Epochen. So ist es nicht verwunderlich, dass auch in der Bibel immer wieder die Rede ist von Bergen, auf denen eine besondere Gotteserfahrung gemacht wird. Alleine im Matthäusevangelium wird sechsmal berichtet, dass Jesus auf einen Berg stieg - und jedes Mal erlebt er dort einen ganz besonderen Moment.
Der Benediktinerabt Johannes Eckert betrachtet in seinem neuen Buch diese Gipfelerfahrungen Jesu, wie sie im Matthäusevangelium beschrieben sind. Er weist bei jedem der sechs Gipfelerlebnisse darauf hin, dass die Erfahrungen Jesu ganz in der Tradition des Volkes Israel mit seinen bisherigen Gotteserfahrungen stehen. An Beispielen aus dem Leben des hl. Benedikt zeigt er, wie die biblischen Vorbilder auch in das Leben jedes Christen hineinwirken sollen. Dabei geht es natürlich keineswegs ausschließlich um konkrete Bergerlebnisse, die Bergsteigern oder Wanderern vorbehalten wären, die Gipfel stehen eher für besondere Augenblicke, die in irgendeiner Weise aus dem Alltag herausgehoben sind, in denen sich in einer gewissen Abgeschiedenheit und Distanz der Blick weitet auf eine höhere Dimension, die sonst oft übersehen wird. Was kann man also aus den Gipfelerfahrungen Jesu für das eigene Leben herauslesen? Auf dem ersten Berg wird Jesus vom Teufel in Versuchung geführt - seine Erwiderung vermittelt dem Autor die Gipfelbotschaft, dass es in der Erprobung einzig darauf ankommt, ganz und gar auf Gott und nur auf ihn allein zu vertrauen, so wie es auch Abraham in der furchtbaren Prüfung auf dem Berg Morija, wo er seinen Sohn Isaak opfern sollte, getan hat. Beim Berg der Seligpreisungen, interessiert Johannes Eckert vor allem die Zusage "Selig, die ein reines Herz haben, denn sie werden Gott schauen", denn er sieht diese Gottesschau in Korrespondenz zum Sinai-Erlebnis des Mose, der Gottes Herrlichkeit sehen möchte, dem dies aber nur indirekt möglich ist. Gottes Herrlichkeit ist zu großartig für den Menschen, er kann darum nur Gottes Rücken sehen - so wie auch uns oft erst in der Rückschau klar wird, was Gott alles in unserem Leben für uns gewirkt hat. Auf den dritten Berg steigt Jesus allein und von sich aus, um im intensiven Gebet zum Vater sich seiner Sendung zu vergewissern. Als er vom Berg wieder hinabsteigt, fassen die auf dem sturmgepeitschten See verängstigten Jünger wieder Vertrauen. Und wie schon der Prophet Elija auf dem Horeb Gottes Stimme nicht in den Naturgewalten, sondern im sanften Hauch erfahren hat, können auch wir durch das Hinhören auf Gottes Stimme selbst in stürmischen Zeiten neue Hoffnung schöpfen. Auf dem vierten Berg stärkt Jesus die zu ihm gekommenen Menschen, indem er die zweite Brotvermehrung wirkt - und wie sehr können auch wir neue Lebenskraft er-halten im Vertrauen darauf, dass Gott unsere Nöte kennt und für uns sorgt. Der fünfte Berg des Matthäusevangeliums bietet dann das Gipfelerlebnis schlechthin: die Verklärung Jesu, bei der Petrus, Jakobus und Johannes im Vorgriff auf die Auferstehung Jesus bereits im strahlenden Licht als geliebten Sohn Gottes sehen dürfen. Der Wunsch der Apostel, diesen Augenblick festzuhalten, Hütten zu bauen, um darin zu verweilen, ist nur zu verständlich. Aber die Begegnung mit dem Ewigen lässt sich im Endlichen nicht festhalten, man muss danach immer wieder zurückkehren in die Niederungen des Alltags, und oft ist dieser Abstieg vom Gipfel noch mühsamer als der Aufstieg. Tatsächlich erfolgt auf dem letzten Berg, nach der Auferstehung Jesu, auch die Sendung die Jünger in die Welt hinein, um allen Menschen die Frohe Botschaft zu bringen.
Insgesamt eröffnet das schöne Buch mit den oft überraschenden, aber immer nachvollziehbaren Schriftbetrachtungen viele neue Perspektiven und ist auch eine intensive Einladung an alle Leser/innen, sich selbst zu fragen, was einem im eigenen Leben "hoch und heilig" ist.

Thomas Steinherr